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Papierherstellung in Lessebo, Schweden

\\ Als Mitglied des Verbands «SGD Swiss Graphic Designers» wurden wir von Fischer Papier eingeladen, eine der letzten kleinen traditionellen Papier-Fabriken «Lessebo Handpappersbruk» in Schweden zu besuchen.

In Lessebo (Südschweden) wird im Gegensatz zu modernen Papierherstellern, die mit einer Maschine etwa die fünfzigfache Menge Papier herstellen, mit drei klassischen Maschinen von 1917 gearbeitet. Escher Wyss und ABB sind vertreten, obwohl diese Firmen schon längst aus dem Papiergewerbe ausgestiegen sind.

Der Vorteil an der langsamen Verarbeitung der Zellulose zu Papier liegt darin, dass die Fasern mehr Zeit zum Verhaken haben und das Papier dadurch reissfester wird und eine höhere Opazität erhält. Ausserdem wird die Struktur eines Papiers gleichmässiger je langsamer der Zellulose Brei verarbeitet wird. Für die optimale Ausgewogenheit eines Papiers kommt es auf die richtige Mischung von kurzen und langen Fasern an. Nadelholz liefert lange Fasern welche die Festigkeit des Papiers beeinflussen, während aus Laubholz die kurzen Fasern gewonnen werden, die das Volumen eines Papiers optimieren. Zur Steuerung von Beschaffenheit, Farbton und Volumen wird in der Papierherstellung Talk, Ton und Kalziumkarbonat beigemischt. Latex und Kreide werden für die sogenannten gestrichenen Papiere verwendet.

Eine weitere Möglichkeit, die Oberflächenbeschaffenheit von Papier zu steuern, ist die Temperatur der Trocknungsrollen. Bei Lessebo Handpappersbruk entsteht bei 90°C die glatte, geschlossene Oberfläche «Smooth» während bei 80°C die matte und rauhere «1.3» getrocknet wird. Durch unterschiedliche Mischverhältnisse der oben genannten Zutaten können vier verschiedene Weisstöne, nämlich Ivory, Natural, White und Bright innerhalb der gleichen Papierqualität zur Verfügung gestellt werden.

Den Grundstein der Fabrik hat die Herstellung von Papiersäckchen zur Portionierung von Schwarzpulver für das Militär gelegt.

Lessebo Handpappersbruk bezieht Holz von ca. 7000 Kleinbauern und legt grossen Wert auf grösstmögliche Klimaneutralität. So werden beispielsweise die Hartstoffe des Holzes, welche nicht zur Papierherstellung geeignet sind, zum Antrieb der Maschinen und zur Energiegewinnung verwendet. Momentan laufen Vorbereitungen zur Nutzung der Fabrik-Abwärme für Stadt und Gemeinde.

Wir haben nun einen kleinen Einblick in die faszinierende Welt der Papierherstellung gewonnen und haben nun einen ganz neuen Bezug zur Materie. Also falls sich die Gelegenheit bietet, zuschlagen und ein neues Weltbild gewinnen.

4 Kommentare zu «Papierherstellung in Lessebo, Schweden»

  1. Küng Regula designlab SGD

    Die ganze Reise war sehr interessant und hat bei uns einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Schön, dass Ihr dazu einen informativen Beitrag zur Papierherstellung aufgeschaltet habt!
    Viele Grüsse, Regula

    September 2nd, 2010 at %H:%M


  2. Karin Sommerhalder

    Vom Einblick über den Augenblick zum Rückblick und Ausblick €“ Mit dir und dem SGD auf grosser Fahrt: Gerne wieder.

    September 4th, 2010 at %H:%M


  3. Fredrik

    Everyone involved in this meeting from the Vida Paper side, had a great time, but it tuts mir leid, that your lens protection was lost Claudia! We have sent out an email to all employees to look for it.

    September 6th, 2010 at %H:%M


  4. Claudia Fetzer

    @ Fredrik: Thank you for your efforts to get back my lens protection. I already told Nikon to send me a new one ;-) so please don’t crawl under machines and basins just to get it back. Although I would be happy to receive a bin of pulp one day with the lens protection in it …
    It was a pleasure to have you as our host!

    September 6th, 2010 at %H:%M


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