
Schriften im Internet – Darf es ein bisschen websafe sein?
\\ Bei Web Design Projekten ist der Einsatz der «richtigen» Schrift immer ein zentrales Thema. Müssen alle Schriften Websafe sein? Kann die Hausschrift eingesetzt werden? Muss sie als Bild angezeigt werden? Findet mich Google dann noch? Was kosten die Lizenzen? Mittlerweile gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie man die unterschiedlichen Bedürfnisse berücksichtigen kann.
Die erste Überlegung sollte immer dahin gehen, die Schrift auf das Medium und die Botschaft, die vermittelt wird, an zu passen. Bis anhin waren wir auf eine Handvoll Schriften beschränkt, auf die so genannten websafe Fonts Arial, Verdana, Georgia, Times New Roman, Trebuchet und Comic Sans. Sie sind optimal für die Darstellung am Screen aufbereitet und selbst in kleinen Grössen gut lesbar. Ausserdem sind sie auf allen Systemen der PC-Welt vertreten und dementsprechend hat der Designer den Output unter Kontrolle.
Aber Kontrolle und Lesbarkeit bis zu einer Schriftgrösse von 6 Pixel alleine macht nicht glücklich. Wir wollen Webseiten ein Gesicht geben, die unverwechselbare Note, welche die Wiedererkennbarkeit durch alle Medien hindurch sicher stellt.
Nun ermöglicht es uns der technologische Fortschritt, dass wir aus dem Vollen schöpfen können. Aber bevor wir auf die Technik zu sprechen kommen, hier ein paar «Regeln» zum optimalen Schrifteneinsatz im Internet:
Reduktion auf möglichst wenige Schriftgrössen. Am besten maximal vier. Hier kann man auf das klassische System zurück greifen, welches in den meisten Programmen als Default angeboten wird. Eine weitere Möglichkeit besteht im Verdoppeln der Abstände zwischen den verwendeten Schriftgrössen (z.B. 11, 12, 14, 18, 26, 42, …).
Definition der optimalen Zeilenlänge. Wie im Print ist eine Zeichenanzahl zwischen 45 und 75 Zeichen pro Zeile gut erfassbar und angenehm zu lesen. Ein Beispiel: Bei 75 Zeichen und der Schriftgrösse 14 Px beträgt die Zeilenlänge etwa 525 Px.
Einsatz korrekter Interpunktion. Die korrekte Zeichensetzung verbessert die Lesbarkeit und wirkt professionell. Einer der beliebtesten Fehler ist der Einsatz von «Strichen». Hier eine kleine Übersicht: zum Verbinden und als «negatives Vorzeichen» wird das Minus (Viertelgeviertstrich) eingesetzt. Für Satzeinschübe (mit Leerzeichen auf jeder Seite) und um einen Bereich von bis zu definieren (ohne Leerzeichen auf jeder Seite) kommt der Halbgeviertstrich zum Einsatz. Und für Satzeinschübe in US Publikationen (ohne Leerzeichen auf jeder Seite) der Gedankenstrich. Aufgrund der Länge, ein Geviert, wird der Gedankenstrich im Deutschen kaum noch verwendet, da er grosse Löcher in den Text reisst. Die Breite des Gevierts resultiert aus der Breite des versalen M und variiert demnach je nach Schriftart und Schriftgrösse.
Differenzierung von Headline und Mengentext. Zum einen erfolgt dies durch deutlich unterschiedliche Schriftgrössen und zum anderen bekommt hier die Wahl der Schrift grosses Gewicht. Der Trend geht hin zu GROSSEN Schriften. Wurden vor 5 Jahren für Mengentexte in der Regel 12 Px eingesetzt, sind es heute 14 oder gar 16 Px. Der optimale Zeilenabstand liegt bei 128% bis 150%. Bei einer Schriftgrösse von 14 Px beträgt der Zeilenabstand also 18 Px bis 21 Px wobei die Regel gilt, je kleiner die Schrift desto grösser der Zeilenabstand.
Dank neuer Technologien können heute nahezu alle Schriften als solche in Webseiten eingebunden werden. So können Suchmaschinen auch die Inhalte der in der jeweiligen Hausschrift gesetzten Headlines interpretieren und für die Anzeige in den Suchergebnissen berücksichtigen.
Die verschiedenen Modelle bezüglich Schriftlizenz und technischer Einbettung von Schriften in Websites, werden wir im nächsten Artikel genauer betrachten.
